For the best poker sites visit 888 poker and party poker bonus code

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Velden

 Brandbekämpfung in früheren Jahrhunderten

Heute ist für uns schon selbstverständlich, dass bei einem Katastrophenfall die Feuerwehren in kürzester zeit einsatzfähig zur Stelle sind. So war es aber nicht immer. Die Institution "Feuerwehr" wurde erst im vorigen Jahrhundert geschaffen, wenn es auch schon sehr früh Gesetzte, Verordnungen und Vorschriften zur Verhütung und Bekämpfung von Bränden gab. Vom 13. Jahrhundert an existierte in Deutschland erstmals eine Feuerlöschordnung, in der die Hilfepflicht der Handwerker mit ihrem jeweiligen Handwerkszeug geregelt wurde. Das 12. Bis 14. Jahrhundert war auch die Zeit der großen Stadtbrände, obwohl Feuerwachen auf den Kirchtürmen postiert waren. Im Mittelalter mussten alle Einwohner eines Ortes zusammenhelfen, wenn irgendwo ein Brand ausgebrochen war, zumal die Häuser zum größten Teil aus Holz eng aneinander gebaut waren. Meist stand der Mensch der Naturgewalt machtlos gegenüber. Feuerhake, Wassereimer aus Stoff oder Leder und Spritzgeräte blieben trotz nachbarlicher Hilfe unzureichend und oft wirkungslos. Technisch begabte Handwerker entwickelten Hand- und Tragspritzen und zu Beginn des 19. Jahrhunderts sogar pferdegezogene Wasserspritzen.

Für Bayern kam 1791 eine Landesverordnung heraus, in der eine allgemeine Feuerordnung alle bisherigen Vorschriften und Anordnungen im Feuerlöschwesen zusammenfasste. Unter Abschnitt III ist zu lesen, "wie die Feuersbrunst mittels Löschgeräten, Arbeiten und guter Ordnung am schleunigsten gelöscht werden möge". In den Märkten sollten bei jedem Brunnen zwei kupferne oder sonst haltbare große Wasserbehälter auf Schleipfen (Kufen) mit Wasser gefüllt stehen. Die Hausbesitzer hatten im Sommer wie im Winter einen großen Zuber voll Wasser im Haus bereitzuhalten. Wenn Feuer ausbrach, sollten sie mehrere Eimer und sonstige Behälter mit Wasser vor die Tür stellen, damit die Helfer gleich eingreifen könnten. Eine andere Anordnung lautete: "Im Winter sind in den Dörfern die Bäche und Weiher aufzueisen". Die Brauereien und Wirte waren gehalten, das Wasser anzuwärmen, damit Spritzen und Schläuche nicht einfroren. Durch die lokale Feuerordnung wusste jeder Helfer genau, wo er eingesetzt wird; der eine an der Spritze zum Pumpen, der andere bei den Schläuchen, andere wieder bildeten eine Kette und ließen die Löscheimer zum Brandherd und zurück wandern.

Die Feuerordnung empfahl: "In den Städten und Märkten werden die Bürgermeister und Kämmerer, die Wirte, Kaufleute, Brauer, Metzger, Bäcker und andere vermögende Bürger ermahnt, aus eigenen Mitteln für sich selbst gute, metallene Handspritzen anzuschaffen und im Bedarfsfall herzuleihen. Die Dörfer auf dem Land sollen sich ebenfalls mit einer oder mehreren großen metallenen Handspritzen versehen. Auch Adel und Geistlichkeit sollen bei ihren Klöstern, Probsteien, Schlössern und Hofmarksbesitzungen selbst für die nötigen Löschgeräte und die Einhaltung der notwendigen Vorschriften sorgen".

Bereits von 1616 an wurde durch regelmäßige Feuerbeschau vom Amtmann des Landgerichts in Begleitung des Ortsvorstehers jedes Anwesen besichtigt und Verstöße gegen die Feuerordnung mit hohen Strafen geahndet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Lösch- und Rettungstrupps gegründet. Auf der Grundlage der Feuerordnung rief man sogenannte Pflichtfeuerwehren ins Leben. Im Allgemeinen standen ihnen Pferdefuhrwerke und handgezogene Löschspritzen zur Verfügung. Jedes Haus musste Feuerhaken und lederne Feuerkübel besitzen. Die 1820 eingeführte Feuer-Assekuranzversicherung ermöglichte den Wiederaufbau der niedergebrannten Gebäude. Bald nach 1860 wurden im ganzen Land "Freiwillige Feuerwehren" gegründet. Die Ausbildung der Löschmannschaften wurde dadurch immer besser. 1866 zählte man in Bayern schon 162 Feuerwehren. Sämtliche Gemeinden des Bezirksamtes Vilsbiburg hatten 1900 eine Freiwillige Feuerwehr, nachdem auch Felizenzell als letzte Gemeinde eine derartige Organisation geschaffen hatte. Den Durchbruch brachte die Ministerialentschließung vom 20.08.1869, in der die Gründung der Freiwilligen Feuerwehren befohlen wurde. In der Landshuter zeitung vom 10. April 1869 ist unter der Überschrift "Unterstützung Freiwillger Feuerwehren" zu lesen: "Der Landrath von Niederbayern hat auch pro 1889 zur Hebung bestehender und Gründung neuer Feuerwehren, dann zum Ankaufe von Löschgeräthen für arme Gemeinden des Kreises, die Summe von 4.000 Mark bewilligt. Unterstützungsgesuche sind beim Kreisausschuß der niederbayersichen Feuerwehren in Landshut alsbald einzureichen".


Vor der Gründung der Wehr

Das 125-jährige Gründungsfest im Jahre 1993 war Anlass, auf die wechselvolle Geschichte der Veldener Feuerwehr zurückzuschauen. Damit wollen wir wichtige Ereignisse, verdiente Namen unserer Gemeinde würdigen. Wenn wir im Nachfolgenden über die Feuerwehr und das Brandgeschehen in unserm Heimatort etwas sagen wollen, dann müssen wir auf Aufzeichnungen zurückgreifen, die uns ein damaliger Idealist für das Feuerlöschwesen, Schulverweser Magnus Mayer, in unermüdlicher Kleinarbeit festgehalten hat. Seine Aufzeichnungen stammen aus dem Jahre 1895 und reichen geschichtlich zurück bis zum Jahre 1818. Herr Mayer war Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr Velden in den Jahren 1895 - 1898 und Ehrenmitglied der Wehr. Sein engster Mitarbeiter war der Bäckermeister Valentin Barth, langjähriger Kommandant der Wehr. Das älteste vorhandene Schriftstück, so berichtet uns der Chronist, ist ein Inventarverzeichnis aus dem Jahre 1818 und hat folgenden Wortlaut:

"Über die vorhandenen Feuerlöschgerätschaften bey dem diesseitigen Königlichen Markt Velden. Verfaßt am 2. Oktober 1818: An solchen ist bey den diesseitigen Markte vorhanden, als Erstens eine große auf 4 Rädern sich befindliche Feuerspritze, welche mit 4 kupfernen Seygern, dann eine Windkugel, 2 Stiefeln und einen kupfernen Rohre versehen, fernes zweitens eine Feuerspritze so mit 2 kupfernen (Rohre) Seygern, einen Stiefl, dann einen kupfernen Rohr versehen und von 2 Männern getragen werden kann. Drittens eine kleine Tragspritze mit einem Seyger, einen Stiefl und eine Windkugel und aller Arten gebrauchet werden kann. Viertens befindet sich ein lederner Wasserschlauch mit kupfernen zwischen Röhren, welche auf die Feuerspritze aufgeschrauft werden kann. Fünftens sind drei Feuerleitern, dann eine ruinöse vorhanden. Sechstens befinden sich 4 große Feuerhaken vorhanden. Siebentens sind an Feuereimern vorhanden 32 Stück gute. Endlich sind an derley vorhanden 20 Stück, welche schwerlich mehr zu reparieren sind.

Königl. Komunal Administr. Velden
Gez. Waizenbauer"

Wir bringen diesen Auszug, um den nachfolgenden Generationen aufzuzeigen, mit welch primitiven Mitteln damals das Feuer bekämpft werden musste, und e s kann nicht anders sein, als dass dies Erfolge dementsprechend recht bescheiden waren.

Die Hauptausrüstungsgegenstände waren um das 18. Jahrhundert die Druckspritze, der Feuereimer und die Feuerleiter, evtl. noch der Feuerhaken. Große Probleme bestanden in der Bereitstellung von Löschwasser. Öffentliche Versorgungsnetze, Tanklöschfahrzeuge und leistungsfähige Pumpen gab es nicht. Man war auf naheliegende Flussläufe oder Teiche angewiesen. So ist nicht verwunderlich, dass die Möglichkeiten der Wehrmänner trotz größtem Einsatz begrenzt waren und der "Rote Hahn" oft größte Schäden verursachte. Zahlenmäßige Aufzeichnungen der Brände vor Gründung der Wehr liegen nicht vor. Wir wissen aber genau, dass auch unsere Vorfahren jederzeit einsatzfähig und einsatzwillig waren. Es steht fest, dass in früherer Zeit die technische Ausstattung unzureichend war, eine organisierte Feuerwehr fehlte und auch der vorbeugende Brandschutz noch kein Thema war. Neben den primitiven Brandbekämpfungsmittlen waren auch der schlechte bauliche Zustand der Gebäude sowie gefährliche Heiz- und Beleuchtungskörper Ursache für die ständige Gefahr. Bezeichnend ist, dass alle Großbrände, welche der Markt Velden zu überstehen hatte, in die Zeit vor der Gründung der Wehr gefallen sind. Schadensereignisse dieser Art waren insbesondere:


Die großen Brände

1266. Aufgrund vermutlich vorhandener Befestigungen wurde der Markt in Asche gelegt. Auch während des 30jähigen Krieges (1618 - 1648) blieb Velden vom Feuer nicht verschont. Vor allem war es damals die Pfarrkirche, welche zu leiden hatte.

1785. Brand in der Brauerei Georg Kurzmiller (heute Gasthaus "Alte Post"). Eine Künstlerhand hat dieses Brandgeschehen der Nachwelt in einem Ölgemälde erhalten. Das Gemälde selbst zeigt anschaulichst, wie hoch zu jener Zeit der Feuereimer im Kurs stand. Wir sind stolz auf dieses Bild und haben ihm nach intensiver Restaurierung einen Ehrenplatz im Feuerwehrhaus gegeben.

1834. Brand der Anwesen Kaufmann Hamburger, Seifensieder Axthammer und Kaufmann Bachmeier (jetzt die Häuser Marktplatz 29 - 31)

1837. Brand bei Bäcker Seemüller, zum Nehaider, Schreiner Ebenhoch und Metzger Sedlmeier (jetzt die Häuser Marktplatz 40 - 44)

1853. Als Folge dieser Brände wurde eine Markt-Feuerordnung erlassen.

1865. In den ersten Maitagen dieses Jahres wurde Velden von einem der größten Brandunglücke heimgesucht. Brandherd war die Marktmitte. Eine sechs Wochen anhaltende Trockenheit vor dem Feuer hat die Brandentwicklung stark begünstigt. In wenigen Stunden loderten aus 26 Firsten die Flammen. 17 auswärtige Wehren waren zur Hilfeleistung herbeigeeilt. Erst nach 12 Stunden harter Arbeit konnte man von einer Lokalisierung des Brandes sprechen. Und wieder war die Herbeischaffung des Wassers die schwierigste Arbeit. Mit Wasserbehältern aller Art musste das Löschwasser aus den vorhanden Brunnen, vor allem dem Peterbrunnen, und aus der Vils herbeigeschafft werden. Die Spritzen selbst hatten nur Standrohre, d.h. das Strahlrohr war direkt an der Spritze angeschlossen und ohne Schlauch. Der gute Wille und menschliche Kraft allein rechen nicht aus, der Katastrophe Herr zu werden. Der Ruf nach einer wirkungsvolleren Löschorganisation war in diesen Tagen nach dem Brand unüberhörbar, und die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Sie fanden in der Bestrebung nach Gründung einer Löschgemeinschaft in Form der Freiwilligen Feuerwehr ihren Niederschlag.

Bericht zum Brand von 1865 aus dem Blatt "Veldener Heimatgeschichte" (Druck und Verlag Leonhard Grundl, Velden/Vils) von 1935:

"Ganz wenige von den alten Veldenern werden sich noch des großen Brandunglückes erinnern können, das in der Nacht vom 8. auf 9. Mai 1865, also vor 70 Jahren, den Markt Velden heimsuchte. 26 Firste fielen damals dem rasenden Element zum Opfer, das im Stalle des jetztigen Schreiner-Eglauer-Hauses in der Friedhofstraße entstand und sich über den ganzen rechten Häuserblock - Friedhof und Kirchstraße, unterer Vormarkt - bis zum Orelli-Kaminkehrer-Haus ausbreitete und alle Häuser in Schutt und Asche legte.
Nach vorhandenen Aufzeichnungen und Informationen trug sich das Brandunglück folgendermaßen zu: In der denkwürdigen Nacht vom 8. Auf 9. Mai des Jahres 1865 brach im Anwesen des Zimmermanne Eglauer Feuer aus, das, gestärkt durch heftigen Ostwind, sich derart rasch ausbreitete, daß in der Zeit von kaum einer Stunde das Feuer nicht mehr bezwungen werden konnte. Das Flammenmeer hatte schon so großen Umfang genommen, daß durch brennende vom Sturm getriebene Schindel plötzlich der ganze Markt gefährdet war. Half doch eine seit Wochen anhaltende Hitze und Trockenheit dem Feuer zur raschesten Verbreitung, sodaß zur Bekämpfung des Brandes vorerst nicht geschritten, sondern hauptsächlich auf Rettung des Lebens und transportablen Eigentums gedacht werden mußte. Die Kinder des gefährdeten Marktteiles wurden zu Bekannten oder aufs Land gebracht. Sogar der im Westen gelegene Stadel des Bierbrauers Barth (jetzt Mayer-Kohlenhändler-Haus) wurde durch Funkenflug angezündet und brannte vollständig nieder. Weidenbäume, die am Ufer der Vils angepflanzt waren oder zerstreut in den Vilswiesen standen, wurden vom Feuer erfaßt und vernichtet. Selbst die Gebäude in Kleinvelden, Bruck und in Hintelsberg wurden vom Flugfeuer bedroht. Obwohl die von allen Seiten herbeigeeilte Hilfe, es waren ca. 17 fremde Spritzen hier, alles aufbot, so erforderte es doch eine Zeit von nahezu 12 Stunden, bis ungefähr morgens 9 Uhr die größte Gefahr der Weiterverbreitung beseitigt war. Besonders viel Arbeit erforderte die Beschaffung des nötigen Wassers für die Spritzen. Da Saugspritzen dortmals fast unbekannt waren, mußten die Druckspritzen mit Eimern und dergl. gespeist werden. Durch die enorme Hitze der fast ringsum brennenden Häuser war auch die Pfarrkirche schon sehr bedroht. Daß es nach Lokalisierung des Brandes noch tagelanger Arbeit bedurfte bis zur völligen Abräumung der Brandstätte, bedarf wohl keiner näheren Erwähnung.
Nachstehende Gebäude wurden vollständig zerstört: Eglauer-Zimmermann (jetzt Haus Nr. 257); Guisl-Buchbinder (Nr. 256); Grötzinger-Privatier (Nr. 256); Scheckhofer-Lagerkeller (Nr. 256); Getreidestadel des Löffel-Bäcker; Holzremise des Grußeder-Hutmacher; Lerl-Zimmermann (Nr. 255); Wohnhaus und Holzschupfe des Privatiers Reißl; Wagner-Dachdecker; Ertl Taglöhner; Wagner-Maurer (Nr. 253); Moser-Glaser; Pferdestallung des Bierbrauers Barth; Wohnhaus des Stängl-Nagelschmied (Nr. 251); Bierbrauers Barths Wohnhaus und Stallungen (Nr. 243); Barth-Kaufmann (Nr. 248); Friedrich-Fragner (Nr. 247); Randauer-Glaser (Nr. 246); Attenberger-Sailer (Nr. 245); Löffl-Bäcker (Nr. 244); Stadel des Bierbrauers Barth (Nr. 146 ½); im ganzen fielen 26 Firste dem Feuer zum Opfer.
Seit der Zeit ist Velden von einer solchen Brandkatastrophe, abgesehen von den beiden größeren Brandunglücken der Brauereien Obereisenbuchner und Rieger, verschont geblieben. Zu solchem Ausmaß, wie dieses Feuer vor 70 Jahren zu wüten imstande war, wird es ja heutzutage nicht mehr kommen, da die Technik der Feuerwehr ziemlich vollkommen ist. Ein weiterer Grund gibt auch zur Beruhigung Anlaß, daß die Gebäude feuersicherer gebaut werde, das elektrische Licht solche Gefahren fast ganz beseitigt und vor allem die neu errichtete Hochdruckwasserleitung den besten Schutz gegen solche Elementargewalt bietet."

2011 Chronik.
Powered by Joomla themes